Wohl kein Baum hat in den letzten Jahren einen solchen Boom erlebt wie sie. Ihr leicht zu verarbeitendes, weiches Holz wurde wiederentdeckt für Betten, Möbel und Wandverkleidungen. Ihre Holzspäne werden zur wohlduftenden Füllung für Kissen aller Art und ihre ätherischen Öle tragen als exklusiver Extrakt in Pflege- und Duftprodukten zu Schönheit und Wohlbefinden bei. Die edle Zirbe ist so begehrt wie noch nie. Doch was ist ihr Geheimnis und welche Wirkung haben Zirbenprodukte auf uns und unsere Gesundheit?

Das Wesen der starken „Königin der Alpen“

Auf bis zu fast 2.800 m Seehöhe in den Bergen wächst und gedeiht die immergrüne Zirbe bei rauem Wetter und gnadenlosen Temperaturen bis zu -40°C. Und das unbeirrt bis zu einer majestätischen Höhe von 25 Metern und einem Alter von fast 1.000 Jahren!
Zurecht heißt die Zirbe, oder pinus cembra in der botanischen Sprache, ehrfürchtig die „Königin der Alpen“. Denn es bedarf einer ganz besonderen Eigenkraft, um solche erbarmungslosen Außenkräfte zu überstehen. Erstaunlich ist, dass Tischler das Holz der Zirbe besonders schätzen, weil es aufgrund der Weichheit so leicht zu verarbeiten ist. Doch ist es gerade diese Geschmeidigkeit, die der Zirbe dabei hilft, bei peitschenden Winden nicht einzuknicken. Diese Anpassungsfähigkeit ist ihr Überlebenswille und ihre Widerstandskraft gegen Elemente, die ihr Wachstum in solchen Höhen ansonsten nicht zulassen würden. Aber die Zirbe besitzt zudem eine Geheimwaffe, die sie zu ihrem eigenen Schutz produziert: ihre wunderbar duftenden ätherischen Öle, die derzeit den Markt erobern!

Nadelbaum
Wald

Nachhaltige Naturkosmetik mit Zirbenöl

Baumstämme

Zirbenbäume aus dem Alpenraum enthalten einen hohen Anteil an Pinosylvin, ein Wirkstoff der in den ätherischen Ölen der Zirbe enthalten und für den charakteristischen, langlebigen Duft verantwortlich ist. Die Tiroler Kosmetikmarke Zirbe Wunder beschäftigt sich nicht nur seit Jahren mit den Wirkstoffen der Zirbe, sondern stellt ihre Produkte nachhaltig zum Teil per Hand fast gänzlich in Tirol und aus Tiroler Rohstoffen her wie u. a. der Tiroler Zirbe. Entsprechend klein sind die Produktionsmengen solcher Anbieter. Aus diesem Grund werden die Artikel oft nur online angeboten und sind in den herkömmlichen Drogerien nicht erhältlich. Schon allein deshalb lohnt sich der Blick ins Internet.

Zirbenöl: seit Jahrhunderten ein Wirkstoff der Volksheilkunde

Die stets wachsende Sortimentsbreite geht auf die starke Nachfrage von Zirbenprodukten zurück. Neben ihrem beinahe betörenden Duft ist die Zirbe vor allem für ihre vielseitigen Wirkkräfte bekannt. Sie selbst ist fast durchtränkt von ihren aromatischen Ölen. Diese schützen sie perfekt vor Ungeziefer, Wind und Regen, machen sie biegsam und helfen ihr zwischen Trocken- und Nassperioden nicht spröde zu werden. Eigenschaften wie diese sind in der Volksheilkunde schon früh auf Interesse gestoßen. Seit Jahrhunderten werden deshalb den ätherischen Zirbenölen – sowohl in der äußerlichen als auch in der innerlichen Anwendung – Kräfte für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mensch und Tier zugesprochen.

Antibakteriell, antiseptisch und reinigend: Das Zirbenöl

Baumstamm

Schon die Mystikerin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen war davon überzeugt, dass das Räuchern des Zirbenharzes eine desinfizierende und geruchsbindende Wirkung hat. Inzwischen gibt es verschiedene Zirben-Lufterfrischer, die helfen, die Raumluft von unangenehmen Gerüchen zu reinigen. Generell soll Zirbenöl beim Einatmen die Atemwege befreien und bei Lungenerkrankungen helfen, weshalb es häufig in Erkältungssalben beigemischt wird.

So angenehm und würzig-minzig der Geruch der Zirbe für uns ist, Motten, Fliegen und sonstige Schädlinge mögen ihn gar nicht. Früher sollen Bauern ihr Getreide und andere Lebensmittel deshalb in Zirbentruhen oder Zirbenkästen aufbewahrt haben. Hausstaubmilbenallergiker profitieren aus demselben Grund von Bettware mit Zirbenfüllung. Auch die Garderobe ist durch das Aroma der Zirbe von Kleidermotten bestens geschützt.

Die Zirbe: Beruhigend, regenerierend und stimmungsaufhellend

Dass die Herzfrequenz in einem Zirbenzimmer niedrig und Schlaf- und Erholungsqualität besser ist, hat sogar eine wissenschaftliche Studie des Joanneum Research in Graz belegt. Das Resultat besagt, dass sich der Mensch in einem Zirbenzimmer eine Stunde „Herzarbeit“ spart. Das wirkt sich wiederum positiv auf die seelische und körperliche Gesundheit aus.

Ähnlich wie die Zirbe selbst, die sich mit ihren ätherischen Ölen vor Wind und Wetter schützt, sich an ihre Umgebung anpassen kann und damit Kraft und Ausdauer zeigt, soll auch ihr Öl  dabei helfen, die Haut vor äußeren Witterungsverhältnissen auf genau dieselbe Art zu schonen. Die reizlindernde und antibakterielle Eigenschaft, die Keime reduziert und besonders beruhigend und ausgleichend auf die Haut wirkt, machen das Zirbenöl zu einem wertvollen Inhaltsstoff in Pflegeprodukten aller Art. Gesichtscremen bis hin zu Gelenkssalben werden mit Zirbenöl angereichert, um den Regenerationsprozess von Haut, Körper und Seele zu unterstützen. Auch wenn die wissenschaftlichen Studien, die die positiven Eigenschaften der Zirbe auf den Menschen bestätigen, zum Teil kritisch gesehen werden, so ist eines sicher: So wie unsere Vorfahren glauben auch heute viele Menschen an die Kraft der Königin. Und wenn das subjektive Wohlbefinden durch das Einatmen, Einnehmen oder Auftragen des geheimnisvollen Zirbenöls profitiert, braucht es keine Beweise mehr.